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Möglichkeiten, Grenzen, Zielkonflikte

Verantwortung tragen

Generative KI eröffnet Hochschulen neue Möglichkeiten in Lehre und Studium, Forschung sowie Verwaltung. Ihre Entwicklung und Nutzung sind jedoch nicht voraussetzungslos. Welche Daten und Wissensbestände fließen in KI-Systeme ein? Wer hat Zugang zu ihnen und wer kann von ihnen profitieren? Welche Ressourcen werden für Entwicklung und Betrieb benötigt und welche Auswirkungen hat dies lokal und global? Wie verändern KI-Systeme Lernen, Arbeiten und Entscheiden? Und welche Folgen hat dies für Wissensordnungen, gesellschaftliche und demokratische Teilhabe?

Solche Fragen stehen im Mittelpunkt ethischer und nachhaltigkeitsorientierter Perspektiven auf generative KI und ihre Bedeutung im Hochschulkontext. Ziel ist es, Lehrende, Studierende und Mitarbeitende in Hochschulverwaltungen dabei zu unterstützen, Möglichkeiten, Grenzen und Zielkonflikte differenziert einzuschätzen und eigene Handlungs- sowie Gestaltungsspielräume zu erkennen.

Ethik

Nicht nur eine Frage, was technisch möglich ist

Ethische Fragen entstehen überall dort, wo Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung von KI Menschen, gesellschaftliche Verhältnisse oder Entscheidungen berühren. Dazu gehören bekannte Themen wie Fairness, Bias und Diskriminierung, Transparenz, Datenschutz oder Rechenschaft. Darüber hinaus geht es um grundlegendere normative Fragen nach Autonomie, Verantwortung, Teilhabe und unterschiedlichen Formen von Gerechtigkeit sowie danach, welche Werte, Interessen und Machtverhältnisse durch KI-Systeme berührt oder verstärkt werden.

Für Hochschulen sind diese Fragen in besonderer Weise relevant. Generative KI wird hier in Studium und Lehre, Forschung und Verwaltung eingesetzt und prägt damit sowohl individuelle Praktiken als auch institutionelle Rahmenbedingungen. Hochschulen stehen daher vor der Aufgabe, nicht nur faire und nachvollziehbare Einsatzbedingungen zu schaffen, sondern auch kritische Urteilsbildung, die Reflexion von Macht- und Wissensordnungen sowie demokratische Teilhabe zu fördern. Damit wird der reflektierte Umgang mit KI auch zu einer Aufgabe von Demokratiebildung.

Nachhaltigkeit

KI im größeren Zusammenhang betrachten

Nachhaltigkeitsorientierte Perspektiven erweitern den Blick auf die sozial-ökologischen Voraussetzungen und Folgen von KI. Orientierungspunkt ist dabei das Leitbild nachhaltiger Entwicklung: Wie lassen sich heutige Bedürfnisse berücksichtigen, ohne ökologische Belastungsgrenzen und Generationengerechtigkeit aus dem Blick zu verlieren?

Bei generativer KI betrifft dies den gesamten Lebenszyklus: von Rohstoffgewinnung und Halbleiterproduktion über Rechenzentren, Training und Nutzung bis hin zu Hardwareerneuerung und Elektroschrott. Neben Energie-, Wasser- und Materialverbräuchen gehören dazu auch soziale und ökonomische Fragen, etwa Arbeitsbedingungen entlang globaler Wertschöpfungsketten, Zugänge zu leistungsfähigen Technologien oder Abhängigkeiten von wenigen Anbietern.

Für einen nachhaltigkeitsorientierten Umgang mit generativer KI ist entscheidend, Zwecke, Nutzen und Alternativen zu prüfen und ressourcenintensive Anwendungen dort zu begrenzen, wo kein begründeter Mehrwert gegenüber weniger belastenden Optionen besteht.

Orientierung

Zwischen Reflexion und Handeln

Ethische und nachhaltigkeitsorientierte Perspektiven überschneiden sich, sind aber nicht identisch. Gemeinsam ermöglichen sie einen breiteren Blick auf KI als soziotechnisches System: Technische Funktionen stehen in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen Strukturen, institutionellen Rahmenbedingungen, menschlichen Entscheidungen und materiellen Ressourcen.

Der nachfolgende Orientierungsrahmen bündelt zentrale ethische und nachhaltigkeitsorientierte Perspektiven auf generative KI im Hochschulkontext und macht ihre Zusammenhänge sichtbar.

Schaubild Orientierungsrahmen: Ethische und nachhaltigkeitsorientierte Perspektiven auf generative KI im Hochschulkontext
Eigene Darstellung

Der Orientierungsrahmen soll dabei nicht vorgeben, welche Entscheidung in einer konkreten Situation die „richtige“ ist. Er unterstützt vielmehr dabei, relevante Aspekte zu erkennen, Ziel- und Wertekonflikte sichtbar zu machen und Entscheidungen begründet zu treffen.

Angebote

Für Hochschulen in NRW

Aus diesen Perspektiven erfolgen Informations-, Beratungs-, Fortbildungs- und Vernetzungsangebote für Hochschulen in NRW. Themen können beispielsweise der ressourcenbewusste Umgang mit generativer KI, Fragen von (epistemischer) Gerechtigkeit, Demokratie und Demokratiebildung oder die Entwicklung verantwortungsvoller Handlungsmöglichkeiten in Studium, Lehre und Verwaltung sein.

Die Angebote sollen nicht nur Wissen über KI vermitteln. Sie schaffen zugleich Räume für die Reflexion über KI und unterstützen dabei, einen begründeten und verantwortungsvollen Umgang mit generativer KI zu entwickeln.

Bei Fragen

Sie haben Fragen, wünschen eine individuelle Beratung oder interessieren sich für einen Vortrag bzw. Workshop an Ihrer Hochschule? Dann sprechen Sie uns gerne an: support@ki-expertisezentrum.nrw.

Lesetipps

Aus unserem Vorprojekt KI:edu.nrw sind zwei praxisorientierte Handreichungen zum Thema Ethik hervorgegangen:

Sie haben Fragen zu KI, Ethik & Nachhaltigkeit?

Sprechen Sie mich an!

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