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KI reflektiert nutzen

Technik verstehen

Das Verständnis der technischen Grundlagen ist ein Schlüssel zur zielführenden und reflektierten Nutzung generativer KI. Wir unterstützen Hochschulangehörige dabei, Antworten auf zentrale Fragen zu finden: Wie funktionieren Large Language Models (LLMs) und welche Limitationen ergeben sich daraus? Was unterscheidet Chatbots von KI-Agenten? Darüber hinaus beobachten wir die technologische Entwicklung und loten aus, welche neuen Einsatzszenarien sie für Studium, Lehre und Verwaltung eröffnet.

Neue Anwendungsmöglichkeiten

Agenten, Avatare und Simulationen

Der konkrete Einsatz generativer KI-Technologie an Hochschulen wirft ebenfalls neue Fragen auf: Wie lassen sich Simulationen für Beratungsgespräche oder Rollenspiele sinnvoll und verantwortungsbewusst einsetzen? Was ist rechtlich und didaktisch zu beachten, wenn ein Avatar als digitaler Klon einer realen Person erstellt und als Stellvertreter im digitalen Raum eingesetzt wird? Und wo bleibt menschliche Kontrolle zwingend erforderlich, wenn KI-Agenten Aufgaben weitgehend selbständig übernehmen?

Wir unterstützen Hochschulangehörige dabei, Lehr-Lern-Szenarien zu gestalten und Einsatzmöglichkeiten von Avataren und KI-Agenten einzuschätzen. Wir geben Orientierung bei rechtlichen und ethischen Fragen und bieten dazu Beratung, Qualifizierungen und praxisnahe Materialien an.

Beratung & Vernetzung

Das KI:Expertisezentrum.nrw bietet zu den Themenbereichen Agenten, Avatare und Simulationen Unterstützung in Form von Workshops und Materialien sowie Beratung und Vernetzung an. Sie haben Fragen oder wünschen eine individuelle Beratung? Sprechen Sie uns gerne an: support@ki-expertisezentrum.nrw.

Dialogisch, automatisiert, autonom

KI-Agenten

KI-Agenten gelten nach den Chatbots und den reinen Prozessautomatisierungen als eine nächste Entwicklung im Bereich generativer KI. Der wesentliche Unterschied liegt im Aktionsraum: Klassische Chatbots arbeiten nach dem Frage-Antwort-Prinzip und sind im Wesentlichen auf die Textausgabe beschränkt. KI-Agenten können dagegen über das Chatfenster hinaus mit anderen Anwendungen und Systemen in einer sogenannten Schleife interagieren. Sie entscheiden weitgehend selbst, welche Schritte nötig sind, um die vorgegebene Aufgabe zu lösen. Dabei sind die Grenzen fließend: viele KI-Chat-Anwendungen haben mittlerweile Agentenfunktionen integriert.

Durch KI-Agenten rückt neben dem Können auch das Dürfen in den Fokus.

Was KI-Agenten auszeichnet

  • Planung (Decomposition, Replanning): Ein LLM generiert Teilschritte für die Gesamtaufgabe. Der Plan wird angepasst, wenn ein Schritt scheitert oder neue Informationen vorliegen.
  • Werkzeugnutzung (Tool Use): Durch Schnittstellen ist es möglich, das andere Tools in den Prozess einbezogen werden, etwa Websuche, Dateiablage oder Datenbanken.
  • Arbeitsschleife (Agent Loop): Das Ergebnis jedes Schrittes wird ausgewertet und für den nächsten genutzt. Dies wird wiederholt, bis die Aufgabe gelöst ist oder ein Abbruchkriterium greift.
  • Gedächtnis (Memory): Zwischenergebnisse werden im Arbeitskontext festgehalten. Dazu kann auf externe Speicher, etwa Notizen oder Wissensdatenbanken, zugegriffen werden.

Rechte und Kontrolle

Wer KI-Agenten einsetzt, sollte Rechte so sparsam wie möglich vergeben (Least Privilege) und insbesondere kritische Schritte von einem Menschen freigeben lassen (Human in the Loop). Welche weiteren Aspekte zu beachten sind und wie das in der Praxis gelingt, zeigen wir in unseren Workshops.

Multi-Agenten-Systeme

Eine Ausbaustufe von KI-Agenten sind Multi-Agenten-Systeme (MAS). Dabei arbeiten mehrere spezialisierte Agenten an einem gemeinsamen Ziel, etwa ein Recherche-, ein Schreib- und ein Prüf-Agent. Häufig verteilt ein steuernder Agent die Teilaufgaben und führt die Ergebnisse zusammen (Orchestrierung). In derartigen Szenarien steigen Rechenaufwand, Kosten und Energieverbrauch deutlich an.

Siehe auch: Ethik & Nachhaltigkeit

Digitale Klone

Avatare

Avatare sind grafische Stellvertreter im digitalen Raum. Entweder bilden sie eine real existierende Person nach (digitaler Klon) oder sie stellen eine fiktive Figur dar (KI-Avatar). Für die Videoproduktion bedeutet dies, dass die darzustellende Person nicht für jedes Video selbst vor der Kamera stehen muss. Dadurch lassen sich Videos schneller erstellen und aktualisieren; gleichzeitig werden rechtliche, soziale und lerntheoretische Fragen aufgeworfen.

  • Digitale Klone sind Abbilder realer Personen, die aus Fotos, einer Webcam- oder Studioaufname erstellt werden können. Eine entsprechende Software bildet Stimme, Mimik und Gestik nach und synchronisiert die Lippenbewegung mit der Sprachausgabe (Lip Sync).
  • Fiktive KI-Avatare sind künstlich erzeugte humanoide Figuren, die teils aus Aufnahmen professioneller Schauspielenden, teils vollständig synthetisch generiert sind.
  • Comic-Avatare sind stilisierte, nicht fotorealistische Figuren. Sie können von einem realen Vorbild abstrahiert oder gänzlich neu entwickelt werden.
  • Agentische Avatare verbinden einen Agenten mit einem Avatar. Der Avatar gibt dem Agenten eine visuelle Erscheinung und kann unter anderem in Simulationen eingesetzt werden.

Bei digitalen Klonen sind unter anderem das Recht am eigenen Bild, der Datenschutz und die Kennzeichnungspflicht für Deepfakes zu beachten. Siehe auch: Recht.

Fragen zur epistemischen Autorität, zur emotionalen Auswirkung auf den Lernprozess und zu Effekten auf das soziale Miteinander bleiben offen und müssen fallspezifisch behandelt werden. Siehe auch: Ethik & Nachhaltigkeit

Text, Video, VR

Simulationen

KI-gestützte Simulationen begegnen uns auf text- und videobasierter Ebene sowie in der virtuellen Realität. Sie eröffnen Übungsräume für Situationen, die in der Realität bislang aus verschiedenen Gründen nur eingeschränkt zugänglich waren.

  • Chatbasierte Simulationen: Ein Sprachmodell übernimmt eine zugewiesene Rolle, mit dem die Nutzenden via Chat interagieren, etwa zum Üben von einfachen Beratungsgesprächen.
  • Videobasierte Simulationen: Ein Avatar kommuniziert mit Stimme, Gestik und Mimik sowie Blickkontakt. Das kann Übungsgespräche realistischer machen.
  • Simulationen im virtuellen Raum: Lernende bewegen sich in einer dreidimensionalen Umgebung und üben räumliche oder handlungsbezogene Abläufe, etwa in Technik oder Medizin. Dialogfähige Figuren können dabei von KI-Systemen gesteuert werden.
Sie haben Fragen zu Agenten, Avataren & Simulationen?

Sprechen Sie mich an!

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