Avatare sind grafische Stellvertreter im digitalen Raum. Entweder bilden sie eine real existierende Person nach (digitaler Klon) oder sie stellen eine fiktive Figur dar (KI-Avatar). Für die Videoproduktion bedeutet dies, dass die darzustellende Person nicht für jedes Video selbst vor der Kamera stehen muss. Dadurch lassen sich Videos schneller erstellen und aktualisieren; gleichzeitig werden rechtliche, soziale und lerntheoretische Fragen aufgeworfen.
- Digitale Klone sind Abbilder realer Personen, die aus Fotos, einer Webcam- oder Studioaufname erstellt werden können. Eine entsprechende Software bildet Stimme, Mimik und Gestik nach und synchronisiert die Lippenbewegung mit der Sprachausgabe (Lip Sync).
- Fiktive KI-Avatare sind künstlich erzeugte humanoide Figuren, die teils aus Aufnahmen professioneller Schauspielenden, teils vollständig synthetisch generiert sind.
- Comic-Avatare sind stilisierte, nicht fotorealistische Figuren. Sie können von einem realen Vorbild abstrahiert oder gänzlich neu entwickelt werden.
- Agentische Avatare verbinden einen Agenten mit einem Avatar. Der Avatar gibt dem Agenten eine visuelle Erscheinung und kann unter anderem in Simulationen eingesetzt werden.
Bei digitalen Klonen sind unter anderem das Recht am eigenen Bild, der Datenschutz und die Kennzeichnungspflicht für Deepfakes zu beachten. Siehe auch: Recht.
Fragen zur epistemischen Autorität, zur emotionalen Auswirkung auf den Lernprozess und zu Effekten auf das soziale Miteinander bleiben offen und müssen fallspezifisch behandelt werden. Siehe auch: Ethik & Nachhaltigkeit